Wunschwert
Ein Wert, den Sie bei guter Passung und angemessenem Gesamtpaket gern erreichen möchten. Er sollte begründbar sein und nicht nur auf Ihrem letzten Gehalt beruhen.
Ein begründetes Ziel
VORSTELLUNGSGESPRÄCH · GEHALT & RAHMEN
Nicht nur die Zahl muss passen – auch die Bedingungen.
Eine Gehaltsfrage lässt sich besser mit einem begründeten Korridor als mit einer spontanen Einzelzahl beantworten. Klären Sie Bezugsgröße, Wochenstunden, Fixum, variable Anteile und Gesamtpaket. Rahmenbedingungen wie Eintritt, Arbeitszeit, Arbeitsort, Reisen und Entwicklung gehören ebenso konkret vorbereitet wie die Zahl selbst.
Vorbereitung mit Ronald Neumayer: persönlich nach Vereinbarung oder online.
01 · VOR DEM GESPRÄCH
Bereiten Sie einen Zielkorridor vor, nicht Ihre persönliche Schmerzgrenze für das Gespräch. Begründen Sie Ihre Erwartung mit Verantwortung, relevanter Erfahrung und Marktbezug. Nennen Sie die Bezugsgröße eindeutig – brutto pro Monat oder Jahr und auf Basis welcher Wochenstunden – und stellen Sie danach eine Rückfrage zum vorgesehenen Gesamtpaket.
Ein Wert, den Sie bei guter Passung und angemessenem Gesamtpaket gern erreichen möchten. Er sollte begründbar sein und nicht nur auf Ihrem letzten Gehalt beruhen.
Ein begründetes Ziel
Eine realistische Spanne für das Gespräch. Sie gibt Orientierung, ohne Verantwortungsumfang oder Paket vorzeitig festzuschreiben. Die Spanne sollte nicht so groß sein, dass sie beliebig wirkt.
Ihre Spanne im Gespräch
Dieser Wert gehört zu Ihrer internen Entscheidung. Berücksichtigen Sie Nettoeffekt, Arbeitsweg, Zeit, Betreuung, variable Risiken und Alternativen. Sie müssen ihn nicht als Verhandlungsbasis offenlegen.
Bleibt Ihre interne Entscheidung
02 · MARKTBEZUG STATT BAUCHGEFÜHL
Eine einzelne Online-Zahl ist keine ausreichende Grundlage. Vergleichen Sie immer dieselbe Bezugsgröße und einen ähnlichen Verantwortungsumfang.
In Österreich muss in Stelleninseraten grundsätzlich das für den Arbeitsplatz geltende Mindestentgelt oder – wenn keine lohngestaltende Vorschrift anwendbar ist – eine Mindestgrundlage für die Verhandlung angegeben werden. Das ausgeschriebene Minimum ist nicht automatisch das marktübliche oder für Ihre Erfahrung passende Endgehalt.
Prüfen Sie, ob die Zahl pro Stunde, Woche oder Monat genannt ist, auf welche Wochenstunden sie sich bezieht und ob Zulagen oder eine Bereitschaft zur Überzahlung erwähnt werden. Verlässliche Grundlagen bieten die Arbeiterkammer zur Bezahlungsinformation in Stelleninseraten und die Wirtschaftskammer zur Angabe des Mindestentgelts.
Hinweis: Kollektivvertrag, Einstufung und individuelle Ansprüche hängen vom konkreten Arbeitsverhältnis ab. Diese Orientierung ersetzt keine arbeitsrechtliche Beratung.
Für einzelne hohe Führungspositionen bestehen Ausnahmen. Die verlinkten österreichischen Quellen erläutern den jeweiligen Anwendungsbereich. Quellen geprüft am 20.10.2026.
DIE ZAHL BRAUCHT EIN ETIKETT
Viele Missverständnisse entstehen, weil unterschiedliche Zahlen verglichen werden.
Fragen Sie beispielsweise: „Auf wie viele Wochenstunden und welche Bestandteile bezieht sich diese Zahl?“ oder „Welcher Anteil ist garantiert, welcher an Ziele gebunden?“
Erst wenn diese Angaben übereinstimmen, sind zwei Angebote sinnvoll vergleichbar.
Drei Blickwinkel für Ihr nächstes Gespräch
Ein kurzer Perspektivwechsel zwischen Recherche und Formulierung: Was wird verglichen, was ist sicher und was passt zu Ihrem Leben?
In diesem vereinfachten Rechenbeispiel sind Wochenstunden und Beschäftigungsdauer gleich. Alle genannten Zahlungen sind als vereinbart angenommen; es gibt keine zusätzlichen Boni oder Zulagen.
„Wie hoch ist das garantierte Bruttojahresgehalt – einschließlich welcher Zahlungen und auf Basis welcher Wochenstunden?“
Fiktive Beträge, keine Gehaltsempfehlung und kein Nettovergleich. Das Beispiel begründet keinen Anspruch auf 14 Zahlungen. Zahlungsansprüche, Steuerwirkung und das tatsächliche Paket sind gesondert zu prüfen.
Fiktiver Gesprächsausschnitt
„Mit Bonus können Sie deutlich mehr erreichen.“
„Welcher Betrag ist garantiert? Welche Ziele gelten für den Bonus, wie wird er berechnet und wann ausgezahlt?“
Trennen Sie die verlässlich vereinbarten Bestandteile von Zahlungen, die an Bedingungen geknüpft sind. Auch ein attraktiver Zielbetrag erklärt noch nicht, wie gut Sie die Voraussetzungen selbst beeinflussen können.
Drei Spalten genügen: garantiert · an Bedingungen geknüpft · noch ungeklärt.
Bitten Sie bei unklaren Bestandteilen um eine nachvollziehbare Erläuterung. Für die Prüfung konkreter Vertragsklauseln ist arbeitsrechtliche Beratung zuständig.

Im Coaching betrachten wir Ihre beruflichen Ziele, Ihre Lebenssituation und das Umfeld der neuen Aufgabe gemeinsam. Planbare Zeiten, Wege, Zusammenarbeit und Entwicklung können für Sie ebenso entscheidend sein wie das Gehalt.
Wir sortieren, was für Sie unverzichtbar ist und wo Sie Spielraum sehen. Daraus entstehen klare Rückfragen und eine Begründung in Ihrer eigenen Sprache. Sie entscheiden, welche persönlichen Informationen Sie im Bewerbungsgespräch teilen.
Zur persönlichen Gesprächsvorbereitung →Blickwinkel 1 von 3
Kein automatischer Bildwechsel. Wählen Sie Ihr Thema oder nutzen Sie die Pfeile – in Ihrem Tempo.
03 · RUHIG UND KONKRET ANTWORTEN
„Auf Basis der Verantwortung, meiner relevanten Erfahrung und des beschriebenen Umfangs sehe ich meine Vorstellung bei … bis … brutto pro Jahr oder Monat auf Basis von … Wochenstunden. Wie ist das Gesamtpaket für die Position vorgesehen?“
Wenn die Rolle noch unklar ist: „Bevor ich einen belastbaren Rahmen nenne, würde ich gern Verantwortung, variable Anteile und Wochenstunden genauer verstehen.“
Vermeiden Sie eine lange Entschuldigung vor der Zahl. Sprechen Sie ruhig, beenden Sie den Satz und lassen Sie die andere Seite reagieren.
Sie können antworten und zugleich Kontext sichern:
Wenn das Unternehmen keinen Rahmen nennt, dokumentieren Sie für sich, welche Annahmen Ihrer Zahl zugrunde liegen.
Lenken Sie auf die Zielrolle und den vorgesehenen Rahmen zurück: „Für meine Entscheidung ist die Verantwortung dieser Position ausschlaggebend. Dafür liegt meine Vorstellung bei …“
Die Gleichbehandlungsanwaltschaft beschreibt im Zusammenhang mit der EU-Lohntransparenzrichtlinie ein Verbot von Fragen nach dem bisherigen Entgelt. Für die im konkreten Fall geltende Rechtslage sind die nationale Umsetzung und der Anwendungsbereich zu prüfen. Lassen Sie einen rechtlichen Einzelfall von einer zuständigen Beratungsstelle klären.
Österreich-Bezug, Quelle geprüft am 02.10.2026. Externer Link, neuer Tab. Diese Orientierung ist keine Rechtsberatung.
Eine gute Begründung verbindet Rollenwert und Beitrag. Geeignet sind:
Weniger hilfreich sind persönliche Ausgaben, allgemeine Inflation oder der Wunsch, „mehr zu verdienen“, wenn kein Bezug zur Rolle hergestellt wird.

04 · DAS GESAMTPAKET PRÜFEN
Die drei Perspektiven helfen, das Angebot vollständig zu besprechen. Die Vertiefungen darunter enthalten konkrete Rückfragen.
1 · Geld
Fixum und garantierte Zulagen von Zielbonus und freiwilligen Benefits unterscheiden.
2 · Zeit
Wochenstunden, Spitzen, Mehrarbeit und Ausgleich konkret klären.
3 · Alltag
Präsenz, Homeoffice, Reisen, Arbeitsweg und Eintritt zusammen betrachten.
Ein Bonus ist nur so wertvoll wie seine Regeln. Fragen Sie:
Vergleichen Sie ein garantiertes Fixum nicht direkt mit einem möglichen Zielgehalt.
Benefits können nützlich sein, ersetzen aber nicht automatisch Gehalt. Unterscheiden Sie:
Ein kurzer Arbeitsweg, planbare Zeit oder gute Weiterbildung kann für Ihre Entscheidung wertvoll sein. Bewerten Sie das bewusst, aber rechnen Sie nicht jeden Vorteil schön.
Bei Teilzeit ist besonders wichtig, wie mit Aufgabenmenge, Erreichbarkeit und Mehrstunden umgegangen wird.
Klären Sie die tatsächliche Praxis, nicht nur eine mögliche Regelung.
Eine fachlich attraktive Stelle muss mit Arbeitsweg und Alltag dauerhaft vereinbar sein.
Nennen Sie einen realistischen Termin. Prüfen Sie Kündigungsfrist, Resturlaub, Übergabe und mögliche vertragliche Bindungen, bevor Sie etwas zusagen. „Frühestmöglich“ ist kein konkretes Datum.
Beispiel: „Unter Einhaltung meiner aktuellen Frist wäre ein Eintritt ab … realistisch. Falls Sie früher starten möchten, kann ich prüfen, ob eine einvernehmliche Lösung möglich ist, versprechen kann ich das heute noch nicht.“
IHR AUSGANGSPUNKT ZÄHLT
Prüfen Sie Einstufung, Zulagen, Entwicklungsschritte, Lernbedingungen und klar definierte Gehaltsüberprüfungen. Auch bei einem fixen Rahmen dürfen Sie die Logik verstehen.
Trennen Sie übertragbaren Wert und tatsächliche Lernlücke. Ein Quereinstieg bedeutet nicht automatisch, bei null zu beginnen.
Bieten Sie sich nicht vorsorglich unter Wert an. Maßgeblich sind heutige Rolle, Verantwortung, relevante Erfahrung und Marktbezug.
Schlagen Sie Seniorität nicht automatisch auf und rabattieren Sie sich nicht aus Angst. Begründen Sie den Rollenwert und zeigen Sie Aktualität.
Prüfen Sie Fixum, variable Logik, Zielsetzung, Verantwortungsumfang, Budget, Teamgröße und mögliche langfristige Bestandteile gemeinsam.
IHR PERSÖNLICHER MASSSTAB
Ein Angebot besteht aus mehreren Teilen. Halten Sie vor dem nächsten Gespräch fest, welche Bedingungen für Sie wesentlich sind – und wo Sie abwägen können.

NICHT VORSCHNELL ZUSAGEN
Reagieren Sie nicht sofort mit Ja oder Nein. Klären Sie:
Formulierung: „Danke für das konkrete Angebot. Auf Basis der besprochenen Verantwortung liegt meine Zielvorstellung bei … Können wir prüfen, ob beim Fixum oder beim vereinbarten Entwicklungsschritt noch Spielraum besteht?“
Eine Anpassung ist nachvollziehbar, wenn im Verlauf neue Informationen zu Verantwortung, Stunden, Reisen, Team, Bonusrisiko oder Aufgaben hinzukommen. Benennen Sie transparent, welche Information Ihre Bewertung verändert hat.
Überraschend eine neue Zahl ohne Begründung zu nennen, schwächt die Verhandlung. Dokumentieren Sie deshalb früh, auf welchen Annahmen Ihr Korridor basiert.
Bisherige Annahme → neue Information → angepasste Einschätzung.
Zum Beispiel: Ein höherer Reiseanteil verändert den Aufwand. Erklären Sie diese Verbindung, statt ohne Anlass eine neue Zahl zu nennen.
INFOGRAFIK · VOM ANGEBOT ZUR ENTSCHEIDUNG
Trennen Sie das, was tatsächlich zugesagt wurde, von Ihrer Bewertung. So wird sichtbar, welche Information für die Entscheidung noch fehlt.
1 · Festhalten
Notieren Sie Fixum, variable Anteile, Stunden und weitere vereinbarte Bedingungen. Halten Sie die Bezugsgrößen gleich.
2 · Nachfragen
Klären Sie unklare Zusagen und Annahmen – etwa die Bonusregeln oder die tatsächlich erwartete Präsenz.
3 · Abwägen
Vergleichen Sie das geklärte Angebot mit Ihren Muss-Kriterien, Ihrer persönlichen Untergrenze und Ihren Alternativen.
Die Grafik ist eine Orientierungshilfe – keine automatische Empfehlung, ein Angebot anzunehmen oder abzulehnen.
05 · NACH DEM GESPRÄCH
Vergleichen Sie Angebote nicht nur über das Bruttogehalt. Bewerten Sie auf einer Skala von 1 bis 5:
Halten Sie je Kriterium drei Dinge fest: konkrete Zusage, eigene Bewertung, offene Rückfrage. Markieren Sie, was für Sie unverzichtbar ist.
Eine hohe Gesamtpunktzahl macht ein nicht erfülltes Muss-Kriterium nicht unwichtig. Nutzen Sie 1 bis 5 als persönliche Orientierung, nicht als objektives Urteil über ein Unternehmen.
Welche Punkte Sie zusätzlich erfragen können, zeigt die Seite Eigene Fragen an Arbeitgeber.
06 · HÄUFIGE FRAGEN
Nein. Sie können einen Korridor nennen oder zunächst zentrale Informationen zu Verantwortung, Stunden und Paket klären. Bleiben Sie jedoch antwortfähig.
Ja. Fragen Sie sachlich nach der vorgesehenen Bandbreite, Einstufung und Zusammensetzung.
In der Regel dient sie Ihrer eigenen Entscheidung. Verhandeln Sie mit Ziel und Begründung, nicht mit Ihrem privaten Minimum.
Nennen Sie die tatsächlichen Wochenstunden und vergleichen Sie Zahlen auf derselben Basis. Klären Sie Mehrarbeit und Aufgabenmenge.
Ja. Erklären Sie, welche neuen Informationen den Rollenwert oder Aufwand verändern.
Das hängt von Ihren Muss-Kriterien ab. Treffen Sie keine Entscheidung allein nach einer Zahl, wenn Arbeitsweg, Zeit, Führung oder Aufgaben langfristig nicht passen.
PERSÖNLICH VORBEREITET
Notieren Sie Wunschwert, Zielkorridor und persönliche Untergrenze. Ergänzen Sie drei Fragen zu Stunden, Bestandteilen und Entwicklung. Weitere Themen finden Sie in der Übersicht zum Vorstellungsgespräch. Für eine Vorbereitung an einer konkreten Stelle können Sie ein kostenloses Erstgespräch vereinbaren.
Im Bewerbungscoaching verbinden wir Marktbezug, Rollenwert und Ihre tatsächlichen Rahmenbedingungen zu einer klaren Verhandlungsstrategie.
Im Gespräch mit Ronald Neumayer können Sie Ihre Begründung und passende Rückfragen an einer konkreten Stelle üben. Das Coaching ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.
Oder schreiben Sie an neumayer.ronald@gmx.at.

Eine Gehaltsfrage lässt sich besser mit einem begründeten Korridor als mit einer spontanen Einzelzahl beantworten. Klären Sie Bezugsgröße, Wochenstunden, Fixum, variable Anteile und Gesamtpaket. Rahmenbedingungen wie Eintritt, Arbeitszeit, Arbeitsort, Reisen und Entwicklung gehören ebenso konkret vorbereitet wie die Zahl selbst.
Bereiten Sie einen Zielkorridor vor, nicht Ihre persönliche Schmerzgrenze für das Gespräch. Begründen Sie Ihre Erwartung mit Verantwortung, relevanter Erfahrung und Marktbezug. Nennen Sie die Bezugsgröße eindeutig – brutto pro Monat oder Jahr und auf Basis welcher Wochenstunden – und stellen Sie danach eine Rückfrage zum vorgesehenen Gesamtpaket.
Ein Wert, den Sie bei guter Passung und angemessenem Gesamtpaket gern erreichen möchten. Er sollte begründbar sein und nicht nur auf Ihrem letzten Gehalt beruhen.
Eine realistische Spanne für das Gespräch. Sie gibt Orientierung, ohne Verantwortungsumfang oder Paket vorzeitig festzuschreiben. Die Spanne sollte nicht so groß sein, dass sie beliebig wirkt.
Dieser Wert gehört zu Ihrer internen Entscheidung. Berücksichtigen Sie Nettoeffekt, Arbeitsweg, Zeit, Betreuung, variable Risiken und Alternativen. Sie müssen ihn nicht als Verhandlungsbasis offenlegen.
Eine einzelne Online-Zahl ist keine ausreichende Grundlage. Vergleichen Sie immer dieselbe Bezugsgröße und einen ähnlichen Verantwortungsumfang.
In Österreich muss in Stelleninseraten grundsätzlich das für den Arbeitsplatz geltende Mindestentgelt oder – wenn keine lohngestaltende Vorschrift anwendbar ist – eine Mindestgrundlage für die Verhandlung angegeben werden. Das ausgeschriebene Minimum ist nicht automatisch das marktübliche oder für Ihre Erfahrung passende Endgehalt.
Prüfen Sie, ob die Zahl pro Stunde, Woche oder Monat genannt ist, auf welche Wochenstunden sie sich bezieht und ob Zulagen oder eine Bereitschaft zur Überzahlung erwähnt werden. Verlässliche Grundlagen bieten die Arbeiterkammer zur Bezahlungsinformation in Stelleninseraten und die Wirtschaftskammer zur Angabe des Mindestentgelts.
Hinweis: Kollektivvertrag, Einstufung und individuelle Ansprüche hängen vom konkreten Arbeitsverhältnis ab. Diese Orientierung ersetzt keine arbeitsrechtliche Beratung.
Viele Missverständnisse entstehen, weil unterschiedliche Zahlen verglichen werden.
Fragen Sie beispielsweise: „Auf wie viele Wochenstunden und welche Bestandteile bezieht sich diese Zahl?“ oder „Welcher Anteil ist garantiert, welcher an Ziele gebunden?“
„Auf Basis der Verantwortung, meiner relevanten Erfahrung und des beschriebenen Umfangs sehe ich meine Vorstellung bei … bis … brutto pro Jahr oder Monat auf Basis von … Wochenstunden. Wie ist das Gesamtpaket für die Position vorgesehen?“
Wenn die Rolle noch unklar ist: „Bevor ich einen belastbaren Rahmen nenne, würde ich gern Verantwortung, variable Anteile und Wochenstunden genauer verstehen.“
Vermeiden Sie eine lange Entschuldigung vor der Zahl. Sprechen Sie ruhig, beenden Sie den Satz und lassen Sie die andere Seite reagieren.
Sie können antworten und zugleich Kontext sichern:
Wenn das Unternehmen keinen Rahmen nennt, dokumentieren Sie für sich, welche Annahmen Ihrer Zahl zugrunde liegen.
Lenken Sie auf die Zielrolle und den vorgesehenen Rahmen zurück: „Für meine Entscheidung ist die Verantwortung dieser Position ausschlaggebend. Dafür liegt meine Vorstellung bei …“
Die österreichische Gleichbehandlungsanwaltschaft weist im Zusammenhang mit der Lohntransparenz darauf hin, dass Arbeitgeber:innen im Bewerbungsverfahren nicht nach dem bisherigen Entgelt fragen dürfen. Aktuelle Hinweise finden Sie bei der Gleichbehandlungsanwaltschaft zum diskriminierungsfreien Bewerbungsverfahren. Bei einem konkreten rechtlichen Fall holen Sie individuelle Beratung ein.
Eine gute Begründung verbindet Rollenwert und Beitrag. Geeignet sind:
Weniger hilfreich sind persönliche Ausgaben, allgemeine Inflation oder der Wunsch, „mehr zu verdienen“, wenn kein Bezug zur Rolle hergestellt wird.
Ein Bonus ist nur so wertvoll wie seine Regeln. Fragen Sie:
Vergleichen Sie ein garantiertes Fixum nicht direkt mit einem möglichen Zielgehalt.
Benefits können nützlich sein, ersetzen aber nicht automatisch Gehalt. Unterscheiden Sie:
Ein kurzer Arbeitsweg, planbare Zeit oder gute Weiterbildung kann für Ihre Entscheidung wertvoll sein. Bewerten Sie das bewusst, aber rechnen Sie nicht jeden Vorteil schön.
Bei Teilzeit ist besonders wichtig, wie mit Aufgabenmenge, Erreichbarkeit und Mehrstunden umgegangen wird.
Klären Sie die tatsächliche Praxis, nicht nur eine mögliche Regelung.
Eine fachlich attraktive Stelle muss mit Arbeitsweg und Alltag dauerhaft vereinbar sein.
Nennen Sie einen realistischen Termin. Prüfen Sie Kündigungsfrist, Resturlaub, Übergabe und mögliche vertragliche Bindungen, bevor Sie etwas zusagen. „Frühestmöglich“ ist kein konkretes Datum.
Beispiel: „Unter Einhaltung meiner aktuellen Frist wäre ein Eintritt ab … realistisch. Falls Sie früher starten möchten, kann ich prüfen, ob eine einvernehmliche Lösung möglich ist, versprechen kann ich das heute noch nicht.“
Prüfen Sie Einstufung, Zulagen, Entwicklungsschritte, Lernbedingungen und klar definierte Gehaltsüberprüfungen. Auch bei einem fixen Rahmen dürfen Sie die Logik verstehen.
Trennen Sie übertragbaren Wert und tatsächliche Lernlücke. Ein Quereinstieg bedeutet nicht automatisch, bei null zu beginnen.
Bieten Sie sich nicht vorsorglich unter Wert an. Maßgeblich sind heutige Rolle, Verantwortung, relevante Erfahrung und Marktbezug.
Schlagen Sie Seniorität nicht automatisch auf und rabattieren Sie sich nicht aus Angst. Begründen Sie den Rollenwert und zeigen Sie Aktualität.
Prüfen Sie Fixum, variable Logik, Zielsetzung, Verantwortungsumfang, Budget, Teamgröße und mögliche langfristige Bestandteile gemeinsam.
Reagieren Sie nicht sofort mit Ja oder Nein. Klären Sie:
Formulierung: „Danke für das konkrete Angebot. Auf Basis der besprochenen Verantwortung liegt meine Zielvorstellung bei … Können wir prüfen, ob beim Fixum oder beim vereinbarten Entwicklungsschritt noch Spielraum besteht?“
Eine Anpassung ist nachvollziehbar, wenn im Verlauf neue Informationen zu Verantwortung, Stunden, Reisen, Team, Bonusrisiko oder Aufgaben hinzukommen. Benennen Sie transparent, welche Information Ihre Bewertung verändert hat.
Überraschend eine neue Zahl ohne Begründung zu nennen, schwächt die Verhandlung. Dokumentieren Sie deshalb früh, auf welchen Annahmen Ihr Korridor basiert.
Vergleichen Sie Angebote nicht nur über das Bruttogehalt. Bewerten Sie auf einer Skala von 1 bis 5:
Nein. Sie können einen Korridor nennen oder zunächst zentrale Informationen zu Verantwortung, Stunden und Paket klären. Bleiben Sie jedoch antwortfähig.
Ja. Fragen Sie sachlich nach der vorgesehenen Bandbreite, Einstufung und Zusammensetzung.
In der Regel dient sie Ihrer eigenen Entscheidung. Verhandeln Sie mit Ziel und Begründung, nicht mit Ihrem privaten Minimum.
Nennen Sie die tatsächlichen Wochenstunden und vergleichen Sie Zahlen auf derselben Basis. Klären Sie Mehrarbeit und Aufgabenmenge.
Ja. Erklären Sie, welche neuen Informationen den Rollenwert oder Aufwand verändern.
Das hängt von Ihren Muss-Kriterien ab. Treffen Sie keine Entscheidung allein nach einer Zahl, wenn Arbeitsweg, Zeit, Führung oder Aufgaben langfristig nicht passen.
Notieren Sie Wunschwert, Zielkorridor und persönliche Untergrenze. Ergänzen Sie drei Fragen zu Stunden, Bestandteilen und Entwicklung. Weitere Themen finden Sie in der Übersicht zum Vorstellungsgespräch. Für eine Vorbereitung an einer konkreten Stelle können Sie ein kostenloses Erstgespräch vereinbaren.
Im Bewerbungscoaching verbinden wir Marktbezug, Rollenwert und Ihre tatsächlichen Rahmenbedingungen zu einer klaren Verhandlungsstrategie.