Unterschiede nach Unternehmensgröße
Die WKO weist darauf hin, dass es keine verbindliche KMU-Definition gibt; als Anhaltspunkt wird meist die EU-Empfehlung verwendet. Danach zählen Unternehmen unter 10 Mitarbeitenden zu Kleinstunternehmen, unter 50 zu kleinen Unternehmen und unter 250 zu mittleren Unternehmen.
Kleinstunternehmen
Bei 1 bis 9 Mitarbeitenden ist die Rolle oft breiter.
Eine Person macht nicht nur eine Aufgabe.
Sie hilft vielleicht im Alltag an mehreren Stellen mit, übernimmt spontan Verantwortung oder ist nahe an Geschäftsführung sowie Kundinnen und Kunden.
Wichtig sind hier:
- ehrlich beschreiben, wie vielseitig die Rolle ist
- klare Ansprechperson nennen
- Aufgaben nicht schönreden
- Arbeitszeiten realistisch erklären
- Einschulung sichtbar machen
- nicht zu viele Anforderungen formulieren
- persönliche Stärken des Unternehmens zeigen
Beispiel:
„In unserem kleinen Betrieb arbeiten Sie nah an Geschäftsführung, Team sowie Kundinnen und Kunden. Das bedeutet kurze Wege, aber auch, dass Aufgaben manchmal vielseitiger sind als in größeren Unternehmen.“
Kleine Unternehmen
Bei 10 bis 49 Mitarbeitenden gibt es meist schon mehr Rollen, Schnittstellen und Zuständigkeiten.
Wichtig sind hier:
- Aufgaben klarer abgrenzen
- Team und Führung einbinden
- Schnittstellen beschreiben
- Verantwortungen klären
- Bewerbungsprozess dokumentieren
- spätere Einschulung vorbereiten
Beispiel:
„Die Position arbeitet eng mit … zusammen und übernimmt vor allem … Rücksprache erfolgt bei …“
Mittlere Unternehmen
Bei 50 bis 249 Mitarbeitenden braucht es häufig mehr Standardisierung.
Wichtig sind hier:
- Stellenprofil, Anforderungsprofil und Stellenanzeige konsistent halten
- Fachabteilung einbinden
- HR, Führung und Team abstimmen
- Kriterien dokumentieren
- ATS oder Bewerberübersicht sauber nutzen
- Onboarding-Übergabe vorbereiten
Beispiel:
„Die Anforderungen aus dem Stellenprofil werden für Stellenanzeige, Interviewleitfaden und Onboarding übernommen, damit Bewerber und interne Beteiligte dieselbe Grundlage haben.“
Mini-Prozess: So entsteht ein gutes Stellenprofil
Schritt 1: Anlass klären
Warum wird gesucht?
Nachbesetzung, Wachstum, Entlastung, neue Aufgabe, Führungsbedarf oder Veränderung?
Schritt 2: Aufgaben sammeln
Was passiert wirklich im Alltag?
Nicht nur die schönen Aufgaben.
Auch die wiederkehrenden, anstrengenden und unsichtbaren Aufgaben.
Schritt 3: Mitarbeitende kurz einbinden
Was sieht das Team?
Welche Aufgaben bleiben liegen?
Welche Entlastung wird gebraucht?
Welche Kompetenzen fehlen?
Welche Person würde im Alltag wirklich helfen?
Schritt 4: Verantwortung klären
Was darf die Person entscheiden?
Wo braucht es Rücksprache?
Wer führt?
Wer begleitet?
Schritt 5: Anforderungen sortieren
Was ist Muss?
Was ist Soll?
Was ist Wunsch?
Was ist einschulbar?
Schritt 6: Abschlüsse und Erfahrung prüfen
Was ist gesetzlich oder fachlich notwendig?
Was ist nur Gewohnheit?
Was könnte durch Erfahrung oder Einschulung ersetzt werden?
Schritt 7: Team- und Rahmenbedingungen prüfen
Was braucht das Team?
Welche Schnittstellen gibt es?
Welche Arbeitszeiten und Belastungen gehören ehrlich genannt?
Schritt 8: Arbeitgeberbotschaft formulieren
Warum sollte jemand bei Ihnen arbeiten?
Nicht übertrieben.
Nicht glattgebügelt.
Sondern glaubwürdig.
Schritt 9: Bewerbungsgespräch vorbereiten
Aus dem Stellenprofil entstehen bessere Fragen.
Nicht nur:
„Erzählen Sie etwas über sich.“
Sondern zum Beispiel:
„Beschreiben Sie eine Situation, in der Sie mehrere Aufgaben gleichzeitig priorisieren mussten. Wie sind Sie vorgegangen?“
Schritt 10: Onboarding mitdenken
Was muss die neue Person in den ersten 30, 60 und 90 Tagen lernen?
Was aus dem Stellenprofil gehört später in die Einschulung?
Wann ein Stellenprofil-Check sinnvoll ist
Ein Stellenprofil-Check kann sinnvoll sein, wenn:
- eine Stelle schwer zu besetzen ist
- viele Bewerbungen nicht passen
- sich kaum jemand bewirbt
- Aufgaben intern unterschiedlich verstanden werden
- Führung und Team verschiedene Erwartungen haben
- Muss-Kriterien unklar sind
- zu viele Anforderungen in der Anzeige stehen
- Quereinsteiger nicht mitgedacht werden
- das Bewerbungsgespräch zu wenig Struktur hat
- Onboarding bisher holprig verläuft
- eine neue Rolle geschaffen werden soll
- ein kleines Unternehmen keine eigene HR-Abteilung hat
- Mitarbeitende sagen: „Eigentlich brauchen wir etwas anderes.“
Angebot: Stellenprofil erstellen
Stellenprofil-Check
Gemeinsam klären wir:
- Anlass der Stelle
- zentrale Aufgaben
- Verantwortung
- Muss-, Soll- und Wunschkriterien
- einschulbare Kompetenzen
- notwendige Abschlüsse
- realistische Erfahrung
- Zielgruppe
- Teamfit
- Arbeitgeberbotschaft
- nächste Schritte im Recruiting