Gehaltsvorstellung im Bewerbungsgespräch | Gehalt sicher verhandeln

Gehaltsvorstellung im Bewerbungsgespräch vorbereiten: Kollektivvertrag, Marktwert, Monats- und Jahresgehalt, Teilzeit, Benefits und überzeugende Antworten gemeinsam erarbeiten. Online, in St. Pölten, Wien und Niederösterreich.

Gehaltsvorstellung im Bewerbungsgespräch

Das eigene Gehalt realistisch einschätzen, begründen und sicher ansprechen

„Welche Gehaltsvorstellung haben Sie?“

Für viele Bewerber ist das eine der unangenehmsten Fragen im Vorstellungsgespräch.

Manche nennen spontan irgendeine Zahl.
Andere orientieren sich ausschließlich am kollektivvertraglichen Mindestgehalt.
Manche setzen sehr niedrig an, weil sie den Job unbedingt brauchen.
Und wieder andere nennen eine hohe Summe, können aber nicht erklären, warum diese für die ausgeschriebene Position angemessen sein soll.

Eine gute Gehaltsvorstellung entsteht nicht aus dem Bauch heraus.

Sie braucht:

  • Orientierung am Arbeitsmarkt
  • Kenntnis des Kollektivvertrags
  • einen realistischen Blick auf die Position
  • Klarheit über die eigene Erfahrung
  • konkrete Argumente für den eigenen Mehrwert
  • Wissen über Monats- und Jahresgehalt
  • eine persönliche Untergrenze
  • und einen Blick auf Benefits und Rahmenbedingungen

Das Gehalt muss zum Markt, zur Verantwortung und zur Erfahrung passen.

Denn:

Wer seinen Wert für das Unternehmen nicht erklären kann, wird leichter unter Wert eingestuft.

Im Bewerbungscoaching bereiten wir Ihre Gehaltsvorstellung gemeinsam vor.

Nicht mit einer auswendig gelernten Zahl.

Sondern mit einer realistischen Einschätzung, nachvollziehbaren Argumenten und Antworten, die zu Ihnen und zur Stelle passen.

Online in ganz Österreich – persönlich nach Vereinbarung in St. Pölten, Niederösterreich und Wien.

Eine Gehaltsvorstellung ist keine Zahl aus dem Bauch heraus

Sie braucht Orientierung, Argumente und einen realistischen Blick auf die Stelle

Eine Zahl allein überzeugt noch nicht.

Entscheidend ist, ob Sie erklären können:

  • warum Ihre Vorstellung zur Position passt
  • welche Erfahrung Sie einbringen
  • welche Verantwortung Sie übernehmen
  • welchen Mehrwert das Unternehmen durch Sie erhält
  • und welche Rahmenbedingungen für Sie wichtig sind

Nicht die höchste Zahl gewinnt.

Sondern die Zahl, die realistisch ist und gut begründet werden kann.

Wer nur eine Summe nennt, überlässt die Bewertung dem Unternehmen

Viele Bewerber bereiten sich ausführlich auf fachliche Fragen vor.

Sie recherchieren das Unternehmen.
Sie überlegen sich Stärken und Schwächen.
Sie üben ihre Selbstpräsentation.

Die Gehaltsfrage bleibt jedoch bis kurz vor dem Gespräch offen.

Dann fällt spontan ein Betrag.

Vielleicht das letzte Gehalt.
Vielleicht das Mindestgehalt aus dem Inserat.
Vielleicht eine Zahl aus dem Bekanntenkreis.
Vielleicht einfach das, was sich gerade „richtig“ anfühlt.

Das kann funktionieren.

Es kann aber auch dazu führen, dass die eigene Erfahrung zu niedrig oder die gewünschte Summe unrealistisch hoch eingeordnet wird.

Eine Gehaltsvorstellung sollte deshalb vor dem Gespräch vorbereitet werden.

Wir klären gemeinsam:

  • Welcher Kollektivvertrag gilt?
  • Welche Einstufung könnte zur Position passen?
  • Was wird für vergleichbare Stellen bezahlt?
  • Welche Erfahrung bringen Sie mit?
  • Welche zusätzliche Verantwortung übernehmen Sie?
  • Welche Kompetenzen unterscheiden Sie von anderen Bewerber?
  • Welche Gehaltsspanne ist realistisch?
  • Welche Untergrenze möchten Sie nicht unterschreiten?
  • Welche Benefits können für Sie ebenfalls wertvoll sein?

Gehalt ist nicht gleich persönlicher Wert

Es geht um den Wert Ihrer Arbeit für die konkrete Position

Ein niedrigeres Gehalt bedeutet nicht, dass ein Mensch weniger wert ist.

Und ein hohes Gehalt macht einen Menschen nicht automatisch wertvoller.

In einer Gehaltsverhandlung geht es um etwas anderes:

Welchen Beitrag können Sie in dieser konkreten Position für dieses Unternehmen leisten?

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Fachwissen
  • Berufserfahrung
  • Branchenkenntnis
  • Verantwortung
  • Führungserfahrung
  • Kundenkontakte
  • besondere Qualifikationen
  • Sprachkenntnisse
  • technisches Wissen
  • Organisationsfähigkeit
  • rasche Einsatzfähigkeit
  • die Fähigkeit, Probleme selbstständig zu lösen

Diese Punkte müssen klar kommuniziert werden.

Nicht überheblich.

Aber auch nicht so bescheiden, dass relevante Erfahrung unsichtbar bleibt.

Meine persönliche Erfahrung mit dem Thema Gehalt

Den eigenen Mehrwert erkennt man manchmal erst später

Auch ich habe in Bereichen gearbeitet, in denen die Bezahlung stark vorgegeben war.

Meine erste Antwort auf die Gehaltsfrage war deshalb häufig:

„Laut Kollektivvertrag.“

Erst später wurde mir bewusster, dass ein Arbeitsverhältnis nicht nur aus dem Grundgehalt besteht.

Auch Rahmenbedingungen und Benefits können einen echten Unterschied machen.

In meiner Selbstständigkeit musste ich mich noch intensiver mit Fragen beschäftigen wie:

  • Was ist meine Arbeitsleistung wert?
  • Was ist der Markt bereit zu bezahlen?
  • Was wird in meiner Zielgruppe üblicherweise bezahlt?
  • Darf ich diesen Preis bereits verlangen, obwohl ich erst beginne?
  • Welche Erfahrung und Qualifikation bringe ich trotzdem schon mit?
  • Wo liegt der Unterschied zwischen persönlichem Wert und Marktwert?

Diese Fragen begegnen auch Bewerber.

Gerade beim Berufseinstieg, Quereinstieg oder nach einer längeren Pause entsteht schnell das Gefühl:

„Ich sollte froh sein, wenn mich überhaupt jemand nimmt.“

Doch auch dann bringen Sie Fähigkeiten, Erfahrungen und Potenziale mit.

Die Aufgabe besteht darin, diese realistisch einzuordnen und verständlich zu erklären.

Ihr Gehalt beschreibt nicht Ihren Wert als Mensch.

Es beschreibt den Wert Ihrer Arbeit für eine konkrete Position.

Den Kollektivvertrag kennen

Das Mindestgehalt ist der Ausgangspunkt – nicht automatisch das endgültige Angebot

In Österreich enthalten Stelleninserate häufig eine Angabe zum kollektivvertraglichen Mindestentgelt.

Das bedeutet nicht automatisch, dass das Unternehmen nur diesen Betrag bezahlt.

Je nach Branche, Berufserfahrung, Qualifikation und Verantwortung kann eine Überzahlung möglich sein.

Vor dem Gespräch sollten Sie deshalb prüfen:

  • Welcher Kollektivvertrag gilt?
  • Welche Verwendungs- oder Beschäftigungsgruppe passt zur Stelle?
  • Welche Vordienstzeiten könnten angerechnet werden?
  • Welche Berufserfahrung wird verlangt?
  • Welche Verantwortung ist mit der Position verbunden?
  • Wird eine Bereitschaft zur Überzahlung genannt?
  • Sind Zulagen oder Zuschläge vorgesehen?
  • Welche Gehälter werden für vergleichbare Positionen bezahlt?

Der Kollektivvertrag hilft bei der Orientierung.

Er ersetzt aber nicht die persönliche Vorbereitung auf die Verhandlung.

Warum wird mehr als das Mindestgehalt verlangt?

Eine höhere Forderung braucht einen nachvollziehbaren Grund

Wenn Ihre Gehaltsvorstellung über dem angegebenen Mindestgehalt liegt, sollten Sie erklären können, warum.

Mögliche Argumente sind:

  • mehrjährige einschlägige Berufserfahrung
  • besondere Fachkenntnisse
  • zusätzliche Ausbildungen
  • Führungserfahrung
  • Kunden- oder Umsatzverantwortung
  • Erfahrung mit bestimmten Programmen oder Systemen
  • Branchenkenntnis
  • vorhandene Kontakte oder Netzwerke
  • rasche selbstständige Einsatzfähigkeit
  • Erfahrung in vergleichbaren Positionen
  • zusätzliche Sprachkenntnisse
  • besondere Verantwortung in der neuen Stelle

Nicht jede persönliche Belastung ist automatisch ein Gehaltsargument.

Ein langer Anfahrtsweg kann für Ihre Entscheidung wichtig sein.

Für das Unternehmen ist er jedoch nicht zwingend ein Grund, mehr zu bezahlen.

Deshalb sollte bereits vor der Bewerbung überlegt werden:

Ist die Stelle mit Fahrtzeit, Fahrtkosten und Arbeitszeit für mich überhaupt sinnvoll?

Monatsgehalt, Jahresgehalt und Stundenlohn verstehen

Im Gespräch sollten Sie mehrere Darstellungen Ihrer Vorstellung kennen

Je nach Branche und Position wird über unterschiedliche Werte gesprochen:

  • Bruttomonatsgehalt
  • Bruttojahresgehalt
  • Stundenlohn
  • Vollzeitgehalt
  • Teilzeitgehalt

Vor dem Gespräch sollten Sie wissen:

  • Wie hoch ist mein gewünschtes Bruttomonatsgehalt?
  • Wie hoch ist das entsprechende Bruttojahresgehalt?
  • Bezieht sich das Jahresgehalt auf 14 Bezüge?
  • Welche Wochenarbeitszeit liegt zugrunde?
  • Wie sieht der Betrag bei Teilzeit aus?
  • Welcher Stundenlohn entspricht dem Angebot ungefähr?
  • Wie viel bleibt voraussichtlich netto übrig?

Ein Brutto-Netto-Rechner kann eine erste Orientierung geben.

Die genaue Abrechnung hängt jedoch von der persönlichen Situation, möglichen Zulagen und steuerlichen Merkmalen ab.

Wochenstunden richtig auf den Monat umrechnen

Nicht einfach mit vier Wochen rechnen

Ein Monat besteht durchschnittlich nicht aus genau vier Wochen.

Für eine überschlägige Berechnung werden Wochenstunden mit etwa 4,33 multipliziert.

Beispiel: 30 Wochenstunden

30 × 4,33 = rund 129,9 durchschnittliche Monatsstunden

Beispiel: 38,5 Wochenstunden

38,5 × 4,33 = rund 166,7 durchschnittliche Monatsstunden

Beispiel: 40 Wochenstunden

40 × 4,33 = rund 173,2 durchschnittliche Monatsstunden

Je nach Kollektivvertrag können andere Berechnungsteiler oder besondere Regelungen gelten.

Deshalb sollten Stundenlohn, Wochenstunden und Monatsgehalt nicht nur grob überschlagen, sondern anhand der konkreten Beschäftigung geprüft werden.

Eine Zahl nennen – aber intern eine Spanne kennen

Nach außen klar, nach innen vorbereitet

Im Gespräch kann eine klare Zahl oft stärker wirken als eine sehr breite Spanne.

Für sich selbst sollten Sie jedoch drei Werte kennen:

Wunschgehalt

Der Betrag, den Sie für passend und gut begründbar halten.

Realistischer Verhandlungsbereich

Der Bereich, in dem Sie zu einer Einigung bereit wären.

Persönliche Untergrenze

Der Betrag, unter dem die Stelle für Sie wirtschaftlich oder persönlich nicht mehr sinnvoll wäre.

Diese Grenze hängt nicht nur vom Gehalt ab.

Auch Arbeitszeit, Fahrtkosten, Betreuungspflichten, Homeoffice und Entwicklungsmöglichkeiten spielen eine Rolle.

Wichtig ist:

Nicht unrealistisch hoch beginnen.

Aber auch nicht so niedrig ansetzen, dass später kaum noch Spielraum bleibt.

Kennen Sie vor dem Gespräch drei Zahlen:

Wunschgehalt, Verhandlungsbereich und persönliche Untergrenze.

Benefits können das Gesamtangebot verändern

Nicht alles, was wertvoll ist, steht am Gehaltszettel

Gehalt ist wichtig.

Aber es ist nicht der einzige Bestandteil eines guten Angebots.

Je nach persönlicher Situation können auch Benefits einen echten Unterschied machen.

Zum Beispiel:

  • Klimaticket oder Fahrtkostenzuschuss
  • Homeoffice
  • flexible Arbeitszeit
  • Weiterbildung
  • zusätzliche Urlaubstage
  • Essenszuschuss oder Verpflegung
  • betriebliche Altersvorsorge
  • Kinderbetreuung
  • Gesundheitsangebote
  • Diensthandy oder Laptop
  • Firmenwagen
  • Bonusregelungen
  • Prämien
  • Entwicklungsmöglichkeiten
  • Unterstützung bei Ausbildungen
  • familienfreundliche Regelungen
  • Möglichkeiten für Väterkarenz oder Elternteilzeit

Nicht jeder Benefit ist für jeden Menschen gleich wichtig.

Eine Person braucht vielleicht mehr Homeoffice.

Eine andere bevorzugt ein höheres Grundgehalt.

Für jemanden mit langem Arbeitsweg kann ein Klimaticket wertvoll sein.

Für Berufseinsteiger kann eine finanzierte Weiterbildung besonders interessant sein.

Deshalb lautet die Frage nicht nur:

„Wie viel verdiene ich?“

Sondern auch:

„Welche Rahmenbedingungen verbessern mein Arbeitsleben und meine finanzielle Gesamtsituation?“

Gehaltsverhandlung bei Berufseinstieg und Quereinstieg

„Ich habe das noch nie gemacht“ bedeutet nicht „Ich bringe nichts mit“

Berufseinsteiger und Quereinsteiger setzen häufig besonders niedrig an.

Typische Gedanken sind:

  • Ich fange erst an.
  • Ich habe diese Position noch nie gemacht.
  • Ich bin froh, wenn sie mich nehmen.
  • Andere haben mehr Erfahrung.
  • Ich kann noch nicht alles.
  • Ich brauche den Job unbedingt.

Gerade hier ist es wichtig, übertragbare Kompetenzen zu erkennen.

Zum Beispiel:

  • Kundenkontakt
  • Organisation
  • Kommunikation
  • Teamarbeit
  • Belastbarkeit
  • Führung ohne offiziellen Titel
  • Einschulung neuer Mitarbeitender
  • Projektarbeit
  • Branchenwissen
  • digitale Kompetenzen
  • Verantwortungsübernahme

Ein Quereinstieg bedeutet nicht, bei null zu beginnen.

Es bedeutet, vorhandene Kompetenzen in einem neuen Zusammenhang einzusetzen.

Ein niedrigeres Einstiegsgehalt vereinbaren

Möglich – aber nur mit klarer und schriftlicher Entwicklung

Je nach Branche und Position kann es sinnvoll sein, für eine echte Einarbeitungsphase ein zunächst niedrigeres Gehalt zu vereinbaren.

Dabei muss klar geregelt sein:

  • Wie lange dauert die Einarbeitungsphase?
  • Welches Gehalt gilt während dieser Zeit?
  • Ab welchem Datum steigt das Gehalt?
  • Welche Höhe wurde danach vereinbart?
  • Ist die Erhöhung an nachvollziehbare Bedingungen gebunden?
  • Wer beurteilt, ob diese Bedingungen erfüllt wurden?

Eine mündliche Zusage wie:

„Nach sechs Monaten reden wir noch einmal darüber“

ist deutlich schwächer als eine konkrete schriftliche Vereinbarung.

Die Gehaltsentwicklung sollte möglichst im Dienstzettel oder Arbeitsvertrag festgehalten werden.

Formulierungsbeispiel für eine gestufte Gehaltsvereinbarung

Zuerst Einarbeitung, danach verbindliche Erhöhung

„Da ich in diesem speziellen Aufgabenbereich noch eingearbeitet werden muss, kann ich mir für die ersten sechs Monate ein Bruttomonatsgehalt von … Euro vorstellen. Nach erfolgreicher Einarbeitung und Übernahme der vereinbarten Aufgaben sollte das Gehalt ab dem … auf … Euro brutto monatlich steigen. Wichtig wäre mir, diese Entwicklung bereits im Arbeitsvertrag eindeutig festzuhalten.“

Diese Formulierung zeigt:

  • Lernbereitschaft
  • Realismus
  • Verhandlungsfähigkeit
  • und gleichzeitig eine klare Erwartung

Die Gehaltsfrage kommt sehr früh

Erst die Position und den eigenen Mehrwert einordnen

Manchmal wird bereits im ersten Telefonat nach der Gehaltsvorstellung gefragt.

Dann können Sie freundlich nach dem Rahmen fragen.

Zum Beispiel:

„Damit ich meine Gehaltsvorstellung passend einordnen kann, würde ich gerne noch etwas genauer verstehen, welche Verantwortung und konkreten Aufgaben mit der Position verbunden sind. Welcher Gehaltsrahmen ist für die Stelle vorgesehen?“

Oder:

„Meine Vorstellung hängt vom genauen Aufgabenbereich, der Verantwortung und dem Gesamtpaket ab. Auf Basis der bisherigen Informationen sehe ich mich bei etwa … Euro brutto monatlich. Welche Benefits und Entwicklungsmöglichkeiten sind für die Position vorgesehen?“

So weichen Sie der Frage nicht aus.

Sie zeigen aber, dass eine seriöse Gehaltsvorstellung Informationen über die Position braucht.

Konkrete Antworten auf die Gehaltsfrage

Antwort bei klarer Gehaltsvorstellung

„Aufgrund meiner bisherigen Berufserfahrung, meiner Kenntnisse in … und der beschriebenen Verantwortung halte ich ein Bruttomonatsgehalt von … Euro für angemessen.“

Antwort mit Bezug zum Kollektivvertrag

„Ich habe mich mit dem geltenden Kollektivvertrag und der Einstufung beschäftigt. Aufgrund meiner Erfahrung und der zusätzlichen Verantwortung stelle ich mir eine Überzahlung von etwa fünf Prozent beziehungsweise ein Bruttomonatsgehalt von … Euro vor.“

Antwort als Quereinsteiger

„In dieser konkreten Funktion bin ich neu. Ich bringe jedoch bereits Erfahrung in …, … und … mit. Deshalb sehe ich meine Gehaltsvorstellung bei … Euro brutto monatlich. Eine gestufte Entwicklung nach einer klar definierten Einarbeitungsphase kann ich mir ebenfalls vorstellen.“

Antwort beim Berufseinstieg

„Mir ist bewusst, dass ich am Beginn meiner beruflichen Laufbahn stehe. Durch meine Ausbildung, meine Praktika und meine Kenntnisse in … bringe ich dennoch bereits relevante Grundlagen mit. Auf Basis des Kollektivvertrags und vergleichbarer Einstiegspositionen stelle ich mir … Euro brutto monatlich vor.“

Antwort bei einer Führungsposition

„Neben meiner fachlichen Erfahrung bringe ich Verantwortung in der Koordination von Mitarbeitenden, der Einschulung und der Organisation von Abläufen mit. Für den beschriebenen Verantwortungsbereich halte ich daher ein Bruttojahresgehalt von … Euro für angemessen.“

Antwort bei Teilzeit

„Meine Vorstellung liegt bei … Euro brutto monatlich für 30 Wochenstunden. Das entspricht auf Vollzeitbasis ungefähr … Euro. Mir ist wichtig, dass wir bei der Berechnung von derselben Wochenarbeitszeit und Einstufung ausgehen.“

Das bisherige Gehalt wird gefragt

Ehrlich bleiben – aber die neue Position in den Mittelpunkt stellen

Bei Fragen zum bisherigen Gehalt sollte nicht gelogen werden.

Trotzdem muss sich die neue Gehaltsvorstellung nicht ausschließlich am alten Gehalt orientieren.

Eine mögliche Antwort lautet:

„Mein bisheriges Gehalt lag bei … Euro brutto. Die neue Position umfasst jedoch andere Aufgaben und mehr Verantwortung. Deshalb orientiere ich meine aktuelle Vorstellung am Marktwert dieser Stelle und sehe sie bei … Euro brutto.“

Oder:

„Mein bisheriges Gehalt war an eine andere Branche und Einstufung gebunden. Für diese Position halte ich aufgrund der Aufgaben und meiner übertragbaren Erfahrung … Euro brutto für angemessen.“

„Bis jetzt habe ich das noch nicht gemacht“

Fehlende Erfahrung ehrlich benennen und vorhandenen Mehrwert zeigen

Eine hilfreiche Struktur ist:

„Das habe ich bisher noch nicht direkt gemacht. Ich bringe aber Erfahrung in … mit und kann mir vorstellen, diese Kompetenz auf den neuen Bereich zu übertragen. Dafür erhalten Sie eine Person, die …“

Beispiel:

„Eine vollständige Personalverantwortung hatte ich bisher noch nicht. Ich habe jedoch neue Mitarbeitende eingeschult, Abläufe koordiniert und in Abwesenheit der Leitung Verantwortung übernommen. Dafür erhalten Sie eine Person, die Führung bereits praktisch erlebt hat und bereit ist, diesen nächsten Schritt bewusst zu gehen.“

So wird aus einem ehrlichen „noch nicht“ kein automatisches „kann ich nicht“.

Wenn das Gegenangebot deutlich zu niedrig ist

Nicht jedes Angebot muss angenommen werden

Wenn ein Unternehmen deutlich unter Ihrer realistischen Vorstellung bleibt, können Sie:

  • nach der Begründung fragen
  • die eigene Erfahrung erneut darstellen
  • über Benefits sprechen
  • eine gestufte Erhöhung vereinbaren
  • einen späteren verbindlichen Gehaltsschritt verhandeln
  • um Bedenkzeit bitten
  • oder die Verhandlung beenden

Eine mögliche Antwort:

„Vielen Dank für das Angebot. Der genannte Betrag liegt deutlich unter meiner Vorstellung und unter dem Rahmen, den ich für diese Verantwortung als angemessen ansehe. Aufgrund meiner Erfahrung in … und … sehe ich mich bei … Euro brutto. Gibt es beim Grundgehalt oder beim Gesamtpaket noch Verhandlungsspielraum?“

Oder:

„Unter diesen Bedingungen kann ich mir den Einstieg derzeit nicht vorstellen. Sollte eine verbindliche Gehaltsanpassung nach der Einarbeitungsphase möglich sein, können wir gerne über eine konkrete schriftliche Vereinbarung sprechen.“

Manchmal ist es richtig, den Verhandlungstisch zu verlassen.

Nicht aus Trotz.

Sondern weil das Angebot wirtschaftlich, fachlich oder persönlich nicht passt.

Ein Nein zu einem unpassenden Angebot kann auch ein Ja zum eigenen beruflichen Weg sein.

Region, Branche und Unternehmensgröße berücksichtigen

Nicht jede Firma bezahlt für dieselbe Position gleich

Bei der Einschätzung können unter anderem eine Rolle spielen:

  • Branche
  • Unternehmensgröße
  • Konzern oder Familienbetrieb
  • Region
  • Verantwortung
  • Nachfrage nach Fachkräften
  • Berufserfahrung
  • Qualifikation
  • Arbeitszeiten
  • Reisetätigkeit
  • Personalverantwortung
  • Umsatz- oder Budgetverantwortung
  • besondere Zulagen

Auch regionale Unterschiede können bestehen.

Eine vergleichbare Position kann in Wien, Westösterreich oder einer ländlichen Region unterschiedlich bezahlt werden.

Der regionale und betriebliche Kontext gehört deshalb zur realistischen Vorbereitung.

Was wir gemeinsam erarbeiten können

Gehaltsvorstellung und Verhandlung sicher vorbereiten

Im Bewerbungscoaching können wir gemeinsam arbeiten an:

  • Recherche zum üblichen Gehalt
  • Orientierung am Kollektivvertrag
  • Einordnung Ihrer Erfahrung
  • Erkennen Ihrer zusätzlichen Kompetenzen
  • Monats- und Jahresgehalt
  • Teilzeitberechnung
  • persönlicher Untergrenze
  • Wunschgehalt
  • realistischem Verhandlungsbereich
  • Argumentation für eine Überzahlung
  • Benefits und Zusatzleistungen
  • Antwort auf die Frage nach dem bisherigen Gehalt
  • Gehalt beim Quereinstieg
  • Gehalt beim Berufseinstieg
  • gestufter Gehaltsentwicklung
  • Reaktion auf ein niedriges Gegenangebot
  • Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

Ziel ist nicht, möglichst viel zu verlangen.

Ziel ist eine Vorstellung, die zu Markt, Verantwortung, Erfahrung und persönlicher Situation passt.

 


 

Für wen ist diese Seite passend?

Die Begleitung kann hilfreich sein, wenn Sie …

  • nicht wissen, welches Gehalt realistisch ist
  • den geltenden Kollektivvertrag nicht einordnen können
  • eine konkrete Gehaltszahl nennen müssen
  • Ihre Forderung besser begründen möchten
  • sich beruflich verändern
  • als Quereinsteiger beginnen
  • erstmals eine Führungsposition übernehmen
  • nach einer längeren Pause zurückkehren
  • von Teilzeit auf Vollzeit oder umgekehrt wechseln
  • bisher immer nur das Mindestgehalt akzeptiert haben
  • Benefits in die Entscheidung einbeziehen möchten
  • unsicher sind, wie Sie auf ein niedriges Angebot reagieren
  • dringend Arbeit suchen, sich aber nicht vorschnell unter Wert verkaufen möchten
  • sich auf ein konkretes Vorstellungsgespräch vorbereiten

 


 

Preise & Rahmen

Kostenloses Online-Erstgespräch

15 Minuten | online

Das Erstgespräch dient dem Kennenlernen und der ersten Orientierung.

Wir klären:

  • Für welche Position bewerben Sie sich?
  • Gibt es bereits ein Gehaltsangebot?
  • Welcher Kollektivvertrag könnte gelten?
  • Geht es um Monats-, Jahres- oder Stundenlohn?
  • Welche Erfahrung und Verantwortung bringen Sie mit?
  • Soll ein konkretes Gespräch vorbereitet werden?

Im Erstgespräch findet noch keine vollständige Gehaltsanalyse oder Verhandlungsvorbereitung statt.

Button: Kostenloses Erstgespräch anfragen

Einzelberatung / Bewerbungscoaching

100 € | 50 Minuten

Geeignet für:

  • Gehaltsvorstellung vorbereiten
  • Kollektivvertrag und Stelleninserat einordnen
  • Argumente entwickeln
  • Antwortformulierungen üben
  • Benefits bewerten
  • Gegenangebot vorbereiten
  • Gespräch simulieren

Bewerbungscoaching Basis

350 €

inkl. Lebenslauf und Anschreiben

Passend, wenn Ihre Gehaltsvorstellung Teil einer vollständigen und gezielten Bewerbung sein soll.

Bewerbungscoaching Plus

500 €

inkl. Lebenslauf, Anschreiben und Vorstellungstraining

Passend, wenn wir die Gehaltsfrage und weitere Gesprächssituationen praktisch üben sollen.

Individuelle Bewerbungsbegleitung / Jobcoaching

auf Anfrage

Sinnvoll bei:

  • beruflicher Neuorientierung
  • komplexen Verhandlungen
  • Bewerbungen auf Führungspositionen
  • Quereinstieg
  • mehreren Vorstellungsgesprächen
  • umfassender Karriereplanung

 


 

So läuft die Vorbereitung ab

1. Stelle analysieren

Wir prüfen Aufgaben, Verantwortung, Branche und Anforderungen.

2. Kollektivvertrag und Markt einordnen

Wir betrachten Mindestgehalt, mögliche Einstufung und vergleichbare Positionen.

3. Mehrwert sichtbar machen

Wir sammeln Erfahrung, Qualifikationen und zusätzliche Verantwortung.

4. Gehaltsrahmen festlegen

Wir definieren Wunschgehalt, Verhandlungsbereich und Untergrenze.

5. Benefits berücksichtigen

Wir klären, welche Zusatzleistungen für Sie tatsächlich wertvoll sind.

6. Antworten formulieren

Wir entwickeln klare und glaubwürdige Formulierungen.

7. Gespräch üben

Wir simulieren Gehaltsfrage, Gegenangebot und mögliche Rückfragen.

Häufige Fragen zur Gehaltsvorstellung

Soll ich eine Zahl oder eine Spanne nennen?

Eine konkrete, gut begründete Zahl wirkt häufig klarer. Für sich selbst sollten Sie zusätzlich einen realistischen Verhandlungsbereich kennen.

Muss ich das kollektivvertragliche Mindestgehalt akzeptieren?

Das Mindestgehalt bildet die rechtliche Untergrenze der jeweiligen Einstufung. Je nach Erfahrung, Qualifikation, Verantwortung und Verhandlung kann eine höhere Bezahlung möglich sein.

Soll ich brutto oder netto angeben?

Im beruflichen Kontext werden Gehaltsvorstellungen grundsätzlich brutto angegeben. Klären Sie zusätzlich, ob es um Monats- oder Jahresgehalt und welche Wochenarbeitszeit geht.

Wie berechne ich Teilzeit?

Teilzeitgehälter sollten auf Basis der tatsächlichen Wochenstunden und des zugrunde liegenden Vollzeitgehalts berechnet werden. Für durchschnittliche Monatsstunden wird mit etwa 4,33 Wochen gerechnet.

Kann ich Benefits statt eines höheren Gehalts verhandeln?

Ja. Homeoffice, Klimaticket, Weiterbildung, zusätzliche freie Tage oder andere Leistungen können wertvoll sein. Entscheidend ist ihr tatsächlicher Nutzen für Sie.

Was sage ich als Quereinsteiger?

Benennen Sie ehrlich, was neu ist. Zeigen Sie gleichzeitig, welche übertragbaren Kompetenzen und Erfahrungen Sie bereits mitbringen.

Kann ich während der Einarbeitung weniger verlangen?

Eine gestufte Vereinbarung kann sinnvoll sein. Die spätere Erhöhung, das Datum und mögliche Bedingungen sollten aber klar und schriftlich festgehalten werden.

Was mache ich bei einem zu niedrigen Angebot?

Fragen Sie nach dem Verhandlungsspielraum, begründen Sie Ihre Vorstellung, prüfen Sie Benefits oder eine schriftlich vereinbarte Gehaltsentwicklung. Wenn das Angebot nicht passt, dürfen Sie es ablehnen.

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Sie müssen Ihre Arbeitsleistung nicht aufblasen.

Sie sollten sie aber auch nicht kleiner machen, als sie ist.

Eine gute Gehaltsvorstellung zeigt:

  • Ich kenne die Position.
  • Ich habe mich informiert.
  • Ich kenne meine Erfahrung.
  • Ich kann meinen Mehrwert erklären.
  • Ich weiß, welche Rahmenbedingungen mir wichtig sind.
  • Und ich bin bereit, sachlich zu verhandeln.

Nicht jede Verhandlung endet mit dem Wunschbetrag.

Aber eine gute Vorbereitung hilft Ihnen, bewusster zu entscheiden.

Ob Sie annehmen.
Ob Sie nachverhandeln.
Ob Sie Bedingungen vereinbaren.
Oder ob Sie erkennen, dass dieses Angebot nicht zu Ihnen passt.

 


 

Möchten Sie Ihre Gehaltsvorstellung sicher vorbereiten?

Ich unterstütze Sie dabei, Ihre Gehaltsvorstellung realistisch einzuordnen, nachvollziehbare Argumente zu entwickeln und die Gehaltsfrage im Vorstellungsgespräch klar zu beantworten.

Mit Blick auf den Kollektivvertrag.
Mit Blick auf den Markt.
Mit Blick auf Ihre Erfahrung.
Mit Blick auf Benefits und Rahmenbedingungen.
Und mit Blick darauf, was die Stelle für Ihr Leben tatsächlich bedeutet.

Gute Entscheidungen beginnen oft mit einem klaren Gespräch.

Kostenloses Erstgespräch anfragen

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📧 neumayer.ronald@gmx.at

 

Ronald Neumayer
Dipl. Lebens- und Sozialberater
Supervisor & Coach
Bewerbungscoach