Konkrete Antworten auf die Kündigungsfrage
Das Projekt wurde nicht verlängert
„Die Position war an ein befristetes Projekt gebunden. Dieses wurde nicht verlängert. Während dieser Zeit konnte ich Erfahrung in … sammeln und Verantwortung für … übernehmen. Nun suche ich eine langfristigere Aufgabe, in der ich diese Kompetenzen weiterentwickeln kann.“
Die Stelle fiel aus wirtschaftlichen Gründen weg
„Meine Position fiel im Zuge einer betrieblichen Umstrukturierung beziehungsweise wirtschaftlichen Veränderung weg. Die Entscheidung betraf nicht nur meine Arbeit. Für meinen nächsten Schritt suche ich nun eine stabile Position, in der ich meine Erfahrung in … einbringen kann.“
Eine Versetzung war nicht mit der Lebenssituation vereinbar
„Für eine Fortsetzung wäre eine längerfristige Tätigkeit in einem anderen Bundesland notwendig gewesen. Das war mit meiner persönlichen Lebenssituation nicht dauerhaft vereinbar. Deshalb suche ich nun bewusst eine Position in der Region, in der ich meine Erfahrung in … langfristig einsetzen kann.“
Kündigung beziehungsweise Lösung in der Probezeit
„Während der Probezeit zeigte sich, dass Aufgaben und gegenseitige Erwartungen nicht ausreichend zusammenpassten. Die kurze Erfahrung hat mir geholfen, meine berufliche Richtung genauer zu bestimmen. Ich suche nun eine Position, in der meine Stärken in … und … stärker gefragt sind.“
Die ursprünglich vereinbarten Rahmenbedingungen veränderten sich
„Die ursprünglich vereinbarten Rahmenbedingungen und Aufgaben hatten sich im Verlauf der Tätigkeit deutlich verändert. Dadurch konnte ich meine Kompetenzen in … immer weniger einsetzen. Für meine nächste Position ist mir deshalb wichtig, Aufgaben, Zuständigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten von Beginn an klar zu besprechen.“
Einvernehmliche Auflösung
„Nach mehreren Gesprächen zeigte sich, dass es keine gemeinsame langfristige Perspektive mehr gab. Deshalb wurde das Dienstverhältnis einvernehmlich beendet. Aus der Situation habe ich mitgenommen, Erwartungen und Veränderungen künftig früher anzusprechen.“
Eine reine Standardantwort wie „Wir haben uns einvernehmlich getrennt“ kann Rückfragen auslösen.
Darum sollte auch hier eine kurze und glaubwürdige Erklärung vorbereitet werden.
Leistung entsprach nicht vollständig den Erwartungen
„Meine Leistung entsprach in dieser speziellen Funktion nicht dauerhaft allen Erwartungen. Ich habe daraus erkannt, dass meine Stärken stärker in … als in … liegen. Deshalb richte ich meine nächste Bewerbung gezielter auf Positionen aus, in denen genau diese Fähigkeiten gefragt sind.“
Diese Antwort sollte nur verwendet werden, wenn tatsächlich danach gefragt wird.
Sie wirkt stärker, wenn sie mit einem konkreten Lernschritt verbunden wird.
Konflikt mit der Führungskraft
„Bei Aufgaben, Kommunikation und Zusammenarbeit bestanden unterschiedliche Erwartungen. Rückblickend hätte ich bestimmte Punkte früher und klarer ansprechen sollen. Für meine nächste Position ist mir deshalb eine transparente Abstimmung über Zuständigkeiten und Ziele besonders wichtig.“
Mehrere kurze Dienstverhältnisse
„Die Beschäftigungen hatten unterschiedliche Hintergründe: Eine Stelle war befristet, bei einer weiteren veränderten sich die Rahmenbedingungen, und eine Tätigkeit endete bereits in der Probezeit. Dadurch habe ich verschiedene Arbeitsumfelder kennengelernt. Heute weiß ich genauer, welche Aufgaben und Rahmenbedingungen langfristig zu mir passen.“
In Branchen mit Saisonarbeit, Projekten oder häufigen Wechseln sollte zusätzlich erklärt werden, was dort üblich ist.
Selbst gekündigt, ohne eine neue Stelle zu haben
„Ich hatte die Entscheidung nicht leichtfertig getroffen. Die Aufgaben und Rahmenbedingungen passten langfristig nicht mehr zu meiner beruflichen und persönlichen Situation. Ich habe die Zeit danach genutzt, meine Zielrichtung klarer zu bestimmen, und bewerbe mich nun gezielt auf Positionen im Bereich …“
Freistellung
„Mein Dienstverhältnis läuft beziehungsweise lief noch bis …, ich wurde jedoch von der weiteren Arbeitsleistung freigestellt. Die Details betreffen die Vereinbarung zwischen meinem bisherigen Arbeitgeber und mir. Für meine weitere berufliche Ausrichtung ist entscheidend, dass ich nun eine Position suche, in der ich … einbringen kann.“
Laufender arbeitsrechtlicher Konflikt
„Zu einzelnen Punkten besteht derzeit noch eine arbeitsrechtliche Klärung. Da es sich um eine Angelegenheit zwischen meinem früheren Arbeitgeber und mir handelt, möchte ich nicht weiter ins Detail gehen. Für Ihre Position kann ich Ihnen jedoch klar erläutern, welche Erfahrung und Kompetenzen ich mitbringe.“
Der neue Arbeitgeber ist nicht der Ort, an dem der alte Rechtsstreit entschieden wird.
Kündigung nach längerer Krankheit oder Überlastung
Gesundheitliche Details müssen nicht unnötig offengelegt werden.
Eine mögliche Formulierung:
„Nach einer gesundheitlich belastenden Phase habe ich meine beruflichen Rahmenbedingungen neu bewertet. Die Situation ist inzwischen so weit geklärt, dass ich mich wieder verlässlich einer passenden Aufgabe widmen kann. Wichtig ist mir künftig besonders …“
Bei Fragen zur konkreten Arbeitsfähigkeit sollte ehrlich beantwortet werden, ob die wesentlichen Aufgaben der Stelle erfüllt werden können.
„Dürfen wir Ihren früheren Arbeitgeber anrufen?“
Referenzen bewusst auswählen
Eine mögliche Antwort lautet:
„Grundsätzlich gerne. Ich möchte die betreffende Person jedoch vorher informieren. Als Referenz eignet sich besonders …, weil diese Person meine Arbeit in den Bereichen … direkt beurteilen kann.“
Referenzen sollten:
- vorher gefragt werden
- zur gewünschten Position passen
- die eigene Arbeit tatsächlich kennen
- verlässlich erreichbar sein
- nicht erfunden werden
Es muss nicht immer die letzte direkte Führungskraft sein.
Je nach Situation können auch frühere Vorgesetzte, Projektleitungen oder andere geeignete berufliche Kontakte sinnvoll sein.
Dienstzeugnis und Unterlagen
Sachlich prüfen und bei Bedarf Unterstützung einholen
Nach der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses sollte geprüft werden:
- Sind die Beschäftigungszeiten korrekt?
- Ist die Art der Tätigkeit richtig beschrieben?
- Fehlen wichtige Aufgaben?
- Sind die Formulierungen sachlich und nachvollziehbar?
- Gibt es zusätzliche Nachweise oder Referenzen?
- Können Arbeitsproben oder Projektbeschreibungen genutzt werden?
Nicht bei jeder Bewerbung werden Dienstzeugnisse sofort verlangt.
Trotzdem ist es sinnvoll, vorhandene Unterlagen rechtzeitig zu ordnen.
Bei Unklarheiten oder problematischen Formulierungen können Interessenvertretungen wie die Arbeiterkammer unterstützen.
Bewerbung während der Kündigungsfrist
Die Zeit sinnvoll nutzen
Eine Bewerbung kann bereits während der Kündigungsfrist beginnen.
Hilfreich ist eine klare Formulierung:
„Mein derzeitiges Dienstverhältnis endet mit …, daher bin ich ab … verfügbar.“
Oder bei Freistellung:
„Mein Dienstverhältnis endet formell mit … Aufgrund einer Freistellung könnte ich nach Vereinbarung bereits früher beginnen.“
Wichtig ist, den tatsächlichen rechtlichen und vertraglichen Rahmen zu kennen.
Finanzieller Druck nach einer Kündigung
Übergangslösung und langfristiges Ziel unterscheiden
Nach einer Kündigung kann rasch finanzieller Druck entstehen.
Dann muss möglicherweise eine Stelle angenommen werden, die nicht dem langfristigen Wunsch entspricht.
Das ist keine Niederlage.
Wichtig ist, sich bewusst zu machen:
Ist diese Stelle mein Ziel – oder eine Übergangslösung?
Eine Übergangslösung kann sein:
- befristete Beschäftigung
- Teilzeit
- Aushilfstätigkeit
- Tätigkeit in einem vertrauten Bereich
- Saisonarbeit
- kurzfristiges Projekt
Parallel kann die Suche nach einer langfristig passenden Position fortgesetzt werden.
Entscheidend ist, die Zielrichtung zu kennen.
Sonst wird aus einer kurzfristigen Lösung möglicherweise erneut eine unpassende berufliche Situation.
Wieder derselbe Bereich oder berufliche Neuorientierung?
Nach einer Kündigung kann die Richtung unklar werden
Manchmal liegt das Problem nicht im gesamten Berufsfeld.
Vielleicht passten nur:
- der konkrete Betrieb
- die Führung
- die Arbeitszeiten
- die Aufgabenverteilung
- die Unternehmenskultur
- die Entwicklungsmöglichkeiten
In anderen Fällen zeigt die Kündigung, dass ein grundlegender Wechsel sinnvoll sein könnte.
Hilfreiche Fragen sind:
- Welche Aufgaben habe ich gerne gemacht?
- Was hat mich dauerhaft belastet?
- Welche Kompetenzen möchte ich weiter nutzen?
- Welche Tätigkeiten möchte ich künftig vermeiden?
- Welche Arbeitszeiten passen zu meinem Leben?
- Welche Führung und Zusammenarbeit brauche ich?
- Welche Position entspricht meiner tatsächlichen Erfahrung?
- Brauche ich Weiterbildung?
- Möchte ich in derselben Branche bleiben?
- Welche anderen Berufe könnten zu meinen Kompetenzen passen?